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Nicht jeder Tango ist ein Tango Argentino 

Die hohe Kunst des Tanzens zeigt sich im perfekt getanzten Tango - so sagt man. Ursprünglich kommt der Tango natürlich aus Argentinien, dort entwickelte er sich in den Slums und Vorstädten aus der Milonga und der Habanera. Sein Name bedeutet so viel wie "Negertanztest". 1905 wurde er dann von jungen Argentiniern nach Paris gebracht. Um 1920 wurde er als europäischer Tango populär und brachte viel Aufregung mit. Denn vom Papst wurde er geächtet und an manchen Kaiserhöfen verboten. Das muss Gründe haben!
 
Auch wenn er auf dem Wege von Argentinien nach Europa einiges von seiner Sinnlichkeit verloren hat, bleibt der Tango doch ein sehr ausdrucksstarker Tanz. "Der Tango schließt Verheißung und Illusion, Liebe, Freude und Hass wie auch Enttäuschung und Melancholie ein." Sein Charakter ist weich, sentimental und verhalten.
 
Obwohl der Tango aus Argentinien stammt, ist er kein Lateinamerikanischer, sondern der wohl schwerste Standardtanz. Das liegt vor allem an seiner recht "starren" Körperhaltung, also ein Plus für alle "Hüftsteifen". Er wird eng umschlungen getanzt. Beide Partner stehen sich seitlich versetzt gegenüber und sind fast ineinander "verschachtelt".
 
Auch wenn es anstrengend ist: Der Tango wird durchweg mit leicht gebeugten Knien getanzt. Beim Tanzen wird durch kurzes Innehalten Spannung aufgebaut, bei der sich Musik und Tanz gegenseitig beeinflussen. Ein Wechsel von schnellen und langsamen sowie abgehackten Bewegungen bringt Dynamik und Temperament in den Tanz. Die ruckartigen Aktionen und die von schnellen, kurzen Kopfbewegungen begleiteten Schritte werden in den Knien weich abgefangen. Deshalb gibt es beim Tango auch keine Hebungen und Senkungen (Na, wenigstens eine Erleichterung!). Man bleibt - wie unsere Trainerin immer wieder betont - mit dem Kopf auf einer Ebene. Also: Körper gerade absenken und Knie gebeugt halten!
 
Musikalisch ist der Tango ein Tanz im 2/4-, manchmal auch im 4/4-Takt, mit 33 Takten pro Minute. Man unterscheidet heute zwischen dem Englischen Stil, dem Europäischen Tango und dem Tango Argentino.
 
Hier den Tangogrundschritt zu beschreiben, würde den uns zur Verfügung stehenden Platz sprengen. Aber vielleicht so viel: Bei den Vorwärtsschritten wird der Fuß parallel zum Boden geführt und mit der Ferse aufgesetzt. Die Akzentuierung wird durch die meist langsamen Slows (S) und die schnelleren Quicks (Q) erreicht.

Marisa hat für uns folgenden Tangoablauf zusammengestellt:

Bild 19
Bei aller Beschreibung zur Technik soll aber die Freude am Tanzen nicht zu kurz kommen. Statt nur krampfhaft auf den Grundschritt zu achten, sollte man sich ganz der Musik hingeben. Wo bleibt sonst die Sinnlichkeit? Man könnte aber auch durch übertriebene Kopfbewegungen von seiner Fußtechnik ablenken. Beim Tango gibt es eben nur zwei Möglichkeiten: Man beherrscht ihn oder er beherrscht uns!

 
Doch auch unter uns gibt es viele Paare, bei deren Anblick man ausruft "OIe" und nicht "Oweh". Wir werden den Tango jedenfalls so lange üben, bis das für uns alle gilt.
 

Zusammengestellt von Waltraud Luckmann und Marisa Hubl.

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