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Paso doble

Beim Paso Doble geht es uns um einen Tanz, der bei uns in der Öffentlichkeit eher selten getanzt wird. Geschieht es doch und ein Paar tanzt ihn mit Original schritten, dann sagen wohl einige: "Was machen denn die da!?" Wer allerdings wiederholt in Spanien Urlaub macht, der wird seinem Rhythmus häufiger begegnen und bei öffentlichen Tanzveranstaltungen ist er zu sehen, der Paso doble (dt.: Doppelschritt).
Das ist auch nicht verwunderlich, denn dieser Tanz im 2/4­ Takt mit 62 Takten pro Minute entstand um 1916 in Spanien und Südfrankreich. Er soll eine Darstellung des Stierkampfes sein - mit Einschluss von Flamenco-Elementen. Aber die Dame ist dabei nicht etwa - wie vielleicht vermutet wird - der Stier, sondern das rote Tuch - die Capa. Der Herr als Torero be­wegt sich mit der Dame um einen imaginären Stier.
Die Musik, ein spanischer Marschtanz, besteht aus einer Einleitung und zwei Hauptteilen mit genau festgelegten Höhe­punkten nach denen sich die Choreographie richtet. Der Tanz selbst erfordert große Präzision und eine feste Körperspannung.

Paso (wie wir ihn kurz nennen) wurde in den 20er Jahren in Pariser Cafes  choreographiert und etwas später standardisiert. Deshalb tragen auch im Unterschied zu anderen Tänzen viele Figuren des Paso doble französische Namen.  Seit 1959 gehört er zu den lateinamerikanischen Turniertänzen, seit 1961 zum WeIttanzprogramm.
 
In der Tanzhaltung haben die Partner wie bei allen lateinamerikanischen Tänzen etwas Abstand voneinander. Die rechte Hand des Herrn liegt auf dem Schulterblatt der Dame und deren linke Hand auf der Schulter des Herrn. Ihre rechte und seine linke Hand sind gefasst, wobei sich die Ellenbogen zu ei­nem großen "V" annähern. Allerdings werden die gefass­ten Hände etwas höher getra­gen als bei anderen Latein­tänzen.

Ganz nebenbei eignet sich der Paso doble auch hervorragend zum Tanz in der Gruppe als Formationstanz. So ist er auch der einzige Tanz, den wir beim Ein­tanzen nach Marisas Einzählen fast komplett einheitlich als Gruppe tanzen (könnten). Dazu die Abfolge - natürlich mit unseren Be­zeichnungen und nicht in fran­zösisch.

Wir wünschen weiter viel Spaß mit dem Paso doble. Er ist auf alle Fälle sympathischer und un­blutiger als der in Spanien noch heute praktizierte Stierkampf. Auch wenn ihn einige von uns nicht allzu sympathisch finden, die Abneigung richtet sich aber nicht gegen unsere Trainerin, die sich dabei die größte Mühe mit uns gibt, sondern sie ist ein­zig und allein dem Tanz ge­schuldet.

Waltraud Luckmann und Marisa Hubl

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