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Historische Ausstellung im Deutschen Dom

Unser Kulturkreis hat nun schon zum 2. Mal die historische Ausstellung des Deutschen Bundestags "Wege-Irrwege-Umwege" im Deutschen Dom besucht. Die Führungen beliefen sich jeweils in bestimmten Zeitabschnitten:

Der erste Teil im Januar 2012:
Parlamentarismus im kaiserlichen Deutschland und der Weimarer Republik. Der zweite Teil jetzt im Januar 2013: Der NS-Staat und Scheinparlamentarismus in der DDR.

Beide Führungen waren sehr interessant und gaben uns Geschichtsunterricht pur.
Ich möchte hier auch nicht näher auf die Inhalte eingehen, denn jeder kennt ja die Deutsche Geschichte mehr oder weniger gut und zum Teil aus eigener Erfahrung. Diese Ausstellung ist für alt und jung absolut empfehlenswert.

Zur Einführung erhielten wir einen kurzen Überblick über die Entwicklung dieses Platzes, die auch uns Berliner z. T. in Erstaunen versetzte.

Der Gendarmenmarkt gehört zu den schönsten Plätzen Berlins. Er wird von drei monumentalen Bauten beherrscht: dem Deutschen Dom, dem Französischen Dom und dem Konzerthaus (ehemals Schauspielhaus). Die wechselhafte Geschichte des Gendarmenmarkts lässt sich bis in das 17. Jahrhundert verfolgen.

Der Platz entstand Ende des 17. Jahrhunderts nach den Plänen von Johann Arnold Nering. Zu diesem Zeitpunkt siedelten sich französische Einwanderer, hauptsächlich Protestanten (Hugenotten), in diesem Viertel an. Der Marktplatz hieß zunächst Esplanade, dann in chronologischer Reihenfolge Lindenmarkt, Friedrichstädtischer Markt und Neuer Markt. Schließlich wurde er 1799 in Gendarmenmarkt umbenannt, da von 1736 bis 1782 die Kaserne des Garderegiments "Gens d'armes" (Männer mit Waffen) dort angesiedelt war.

Der Deutsche und der Französische Dom gingen beide aus relativ schlichten Kirchen hervor, die um 1705 auf dem Markt gebaut worden waren. Die Hauptstadt Berlin im aufstrebenden Preußen sollte auch baulich glänzen. So ließ Friedrich II. (der Große bzw. der Alte Fritz) zwei identische repräsentative Turmbauten nach Plänen von Carl von Gontard in den Jahren 1780-1785 neben den Kirchen errichten. Wegen der Kuppelform der Türme setzte sich in der Bevölkerung der Begriff "Dom" durch, abgeleitet aus dem Französischen für Turm.

Das Konzerthaus wurde nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel in den Jahren 1817 bis 1821 auf den Grundmauern des abgebrannten Nationaltheaters errichtet und bildet bis heute den Mittelpunkt dieses dreiteiligen Ensembles.

Die Gebäude am Gendarmenmarkt wurden im 2. Weltkrieg stark beschädigt aber im Laufe der Zeit wieder rekonstruiert. Zur 750 - Jahr-Feier kehrte zudem das Schillerdenkmal von Reinhold Begas an seinen ursprünglichen Platz zurück, nachdem es von dem Nazis 1935 entfernt worden war. Im Jahre 1950 wurde der Platz nach der im ehem. Seehandelszentrum angesiedelten Akademie der Wissenschaften der DDR in "Platz der Akademie" umbenannt, erhielt aber seinen alten Namen ein Jahr nach der Wende wieder zurück.